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Happy Birthday AGG!

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) feiert am heutigen 18. August 2009 seinen dritten Geburtstag. Happy Birthday!!

Anlässlich dieses Feiertages gibt es heute eine „Sonderausgabe“ im Blog. Man könnte meinen, drei Jahre nach Inkrafttreten des AGG gäbe es keine Stellenanzeigen mehr mit Diskriminierungsindizien. Schließlich sollte sich herumgesprochen haben, dass Indizien der Diskriminierung in Stellenausschreibungen recht schnell zu Schadenersatz- und Entschädigungsansprüchen führen können (vgl. z.B. Ohlendorf/Schreier, BB 2008, 2458). – Aber geirrt!! Ohne lange suchen zu müssen bin ich auf eine Anzeige mit Seltenheitswert gestoßen – ein echtes Fundstück eben:

Bild 1

Quelle: http://www.scribd.com/doc/17741155/Programm-August

5 von 6 möglichen Diskriminierungsindizien erfüllt: Maskulin (Frauen unerwünscht); zwischen 25 und 35 Jahre (36 ist definitiv zu alt!); gerne schwul aber nicht hauptberuflich (d.h.: Bitte keine Heteros – und alle Schwulen: bitte nicht „zu schwul“ auftreten. Damit Diskriminierungsindiz hinsichtlich aller sexuellen Orientierungen!!); Deutsch in Wort und Schrift (Diskriminierungsindiz hinsichtlich Rasse/ethnischer Herkunft – darf eigentlich ein Personal Assistent keinen ausländischen Akzent haben??); keine Schreibschwäche (Objektiv gerechtfertigt? Oder doch Diskriminierungsindiz wegen möglicher Behinderung?).

Fazit nach drei Jahren AGG: Es gibt noch viel zutun, wenn Arbeitgeber so offensichtlich „maskulin, gern schwul und zwischen 25 und 35 Jahren“ suchen!!

  1. 18. August 2009, 09:01 | #1

    Ist keine Angst vorm Teufel nicht auch ein Diskriminierungsmerkmal?

    😉

  2. 18. August 2009, 09:29 | #2

    Sehr schönes Stück!

    aber ich glaube, 1 müssen wir abziehen, da Deutschkenntnisse für einen Personal Assistent beruflich erforderlich sind (es wird ja kein „native speaker“ verlangt – und selbst das wäre in bestimmten Kontexten erlaubt)
    Aber ich schließe mich meinem Vorredner an und würde die „Angst vor dem Teufel“ als Diskriminierung aller auf die Figur des Teufels Bezug nehmenden Religionsgemeinschaften werten – da wären wir dann wieder bei 5 von 6. (… andererseits diskriminieren die Kirchen auch zur Genüge)

  3. AGG-Kenner
    18. August 2009, 12:53 | #3

    …vielleicht sollte Armin Morbach lieber eine Kontaktanzeige als eine Stellenanzeige aufgeben? Na ja, so kann er die Kosten wenigstens von der Steuer absetzen 😉

  4. Heiko
    18. August 2009, 14:36 | #4

    …meinem direkten „Vorredner“ kann ich nur zustimmen! Eine Kontaktanzeige hätte sicherlich den besseren Kandidaten gebracht, als eine Stellenanzeige! 🙂

  5. 25. September 2009, 12:01 | #5

    Ich bezweifle, dass eine Kontaktanzeige mehr gebracht hätte.
    Irgendwie sieht er auch nen bisschen nach CIA Agent aus, nur die Mütze ist etwas zu freizeitlich. 🙂

  1. 24. August 2009, 14:39 | #1
  2. 20. Juni 2011, 11:24 | #2
  3. 11. August 2015, 10:44 | #3